skypeWie gerät jemand überhaupt in eine religiöse Sondergemeinschaft, eine so genannte ‚Sekte’? Wie alt sind die Menschen, die in Ihre Beratungsstelle kommen? Was war das schlimmste, was Ihnen je ein Klient erzählt hat? Und warum ist es so schwierig, wieder aus einer solchen Gruppe auszusteigen?

Diese Fragen und viele mehr waren Thema eines besonderen Expertengesprächs. Am Montag in der 4. Stunde starteten die katholischen Religionskurse ein besonderes Experiment. Zu Gast war - per Skype - Herr Grotepass von der Beratungsstelle Sekten-Info NRW e.V. aus Essen. Da ein persönlicher Besuch nicht möglich war, verabredeten wir auf digitalem Weg mit dem Experten für das Thema unserer Unterrichtsreihe:  Religiöse Sondergemeinschaften (auch ‚Sekten’ genannt). Nachdem wir in der Theorie schon einiges über die Merkmale solcher Gruppen erfahren hatten, uns in Kleingruppen selbst über verschiedene Gruppierungen informiert und anhand verschiedener Berichte mehr über die Schwierigkeiten eines Ausstiegs erfahren hatten, berichtete uns Christoph Grotepass von seiner Arbeit in der Beratungsstelle. Wer hätte gedacht, dass der studierte Theologe pro Jahr ca. 1000 Personen aller Altersgruppen berät. Dabei wenden sich neben Mitgliedern von religiösen Sondergemeinschaften auch besorgte Familienmitglieder, Freunde oder Lehrpersonen von Betroffenen an die Beratungsstelle. Herr Grotepass erklärte uns anhand verschiedener Beispiele aus seinem Berufsalltag, wie es religiösen Sondergemeinschaften gelingt, Mitglieder anzuwerben, ohne dass sie es direkt merken, diese längerfristig an sich zu bin, welche Gefahren sich hier zum Teil verbergen und wie Sekten Menschen den Ausstieg erschweren. Wir haben für uns persönlich viel mitgenommen und danken Herrn Grotepass für dieses spannende Gespräch!

10.12.2018, K.Rymer