Scherbengericht1Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6d in den vergangenen Wochen im Gesellschaftslehreunterricht von Frau Waltermann bereits intensiv mit dem antiken Griechenland auseinandergesetzt hatten, beschäftigten sie sich nun Ende September damit, wie Demokratie im antiken Griechenland und besonders im damaligen Stadtstaat Athen entstanden ist. Wesentliches Merkmal der athenischen Demokratie war das Scherbengericht, welches zum Schutz vor Tyrannen, die versuchten die Macht an sich zu reißen, durchgeführt wurde. Hierfür trafen sich die Athener Bürger in Volksversammlungen und stimmten mithilfe von Tonscherben (dienten als Stimmzettel) über die Verbannung der Beschuldigten ab.

 Die Kinder der Klasse 6d haben am 27.09.2019 in ihrer Klasse ein eigenes Scherbengericht durchgeführt. Mithilfe von Rollenkarten und Tonscherben wurde bestimmt, dass Perikles (zwischen 443 bis 429 v. Chr. der höchste Staatsmann von Athen), für zehn Jahre aus der Klasse verbannt wird. Während des Scherbengerichts wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich, dass nicht alle Menschen im antiken Athen gleichberechtigt waren.Scherbengericht2 Kinder mit Rollenkarten von Sklaven, Metöken oder weiblichen Bürgern durften nämlich nicht am Scherbengericht teilnehmen. Von den 28 Kindern der Klasse konnten daher nur sechs Kinder, nämlich die männlichen Bürger, über das Schicksal von Perikles bestimmen. Den Kindern wurde deutlich, dass das Scherbengericht nicht nur äußerst ungerecht war, sondern auch, dass die Demokratie im damaligen Athen nicht vergleichbar mit unserer heutigen Demokratie ist.

Die Kinder waren sich am Ende der Stunde einig: Nicht nur haben sie während des Scherbengerichts im Unterricht viel gelernt und Spaß gehabt, sondern das Rollenspiel war auch eine willkommene Abwechslung zu normalem Unterricht!

06.10.2019, I.Waltermann