Darstellen und Gestalten" oder kurz „DG" ist ein sogenanntes Wahlpflichtfach, das es somit nur an Gesamtschulen gibt und das bis Klasse 10 durchgehend belegt wird.

Der auf den ersten Blick etwas sperrige Name sagt schon, um was es geht: Wir stellen uns dar und wir gestalten uns und unsere Umgebung. Klingt etwas zu einfach und wenig nach einem Hauptfach, für das man auch lernen muss und Noten bekommt? Stimmt. Das Prinzip ist tatsächlich so einfach.

Die Umsetzung im Unterricht sieht dann aber so aus:
DG berührt viele unterschiedliche Fächer, greift Aspekte daraus auf und nutzt sie für die Theaterarbeit, was vielfältige Bereitschaft seitens der Schüler verlangt:

Bereits bekannte Fächer     Aspekte der Theaterarbeit 
 Sport

 Wir lernen eine neue Sprache, die Körpersprache, indem wir unseren Körper nicht nur benutzen, sondern wahrnehmen, beobachten und seine Stärken und Schwächen bewusst einsetzen, um mit anderen zu kommunizieren, uns mitzuteilen und andere besser zu verstehen. Sich bewegen zu wollen und Action zu machen gehört also unbedingt dazu!

 Deutsch

 Wir verwenden unsere Sprache als Werkzeug und Spielzeug und sind insgesamt freier als im Deutschunterricht: Wir analysieren nicht so sehr andere Texte, sondern sind eher an Gesprächssituationen und Kommunikation miteinander, an Wirkung von Sprache interessiert. Trotzdem entstehen viele selbst geschriebene Texte, man muss also schreiben wollen!

 Kunst/Gestaltung

 Kein Theaterstück ohne Bühnenbilder, Masken, Requisiten und Kostüme! Daher ist es unabdingbar, dass wir uns auch den künstlerischen Aspekten widmen: malen, basteln, werkeln, Stoffe und Kleidung sammeln und umgestalten, Möbel und Pappmaché aufstellen, Gesichter schminken, hinter selbstgemachten Masken verstecken, Videosequenzen drehen, schneiden, Scheinwerfer einsetzen, Schwarzlichttheater usw......... Hier lernen die Kinder auch die unterschiedlichen Jobs am Theater kennen, die eben nicht mit dem Schauspielern zu tun haben: Bühnenarbeit, Bühnenbau, Souffleurarbeit, Kostüm-und Requisitensammlung, Licht- und Tontechnik usw.

 Musik

 Nicht nur für Musicals braucht ein Theater die Musik: Neben Projekten wie „Stomp“ oder „Rhythm is it“, die von dem Leitsatz ausgehen, dass man aus Alltagsgegenständen wie Becher und Besen rhythmische Musikstücke machen kann, werden die Kinder damit bekannt gemacht, dass Töne, Geräusche und Songs Gefühle transportieren können und somit auf der Bühne und in jedem Zuschauer Klangwelten erschaffen, die das Spiel der Schauspieler unterstützen. Besonders schön zeigt sich das, wenn ein Theaterstück mit Livemusik der Schulband aufgeführt werden kann!


Diese kurzen Einblicke in den DG - Unterricht zeigen: Man kann viel fürs Leben lernen.

Auch auf die Gefahr hin, dass es nun etwas zu theoretisch klingt – wir zählen auf, welche Interessen, Eigenschaften und Fähigkeiten ein DG- Schüler einbringen, einüben und kennenlernen kann:
Sinn und Unsinn beim Spielen mit Sprache, Musik, Licht, Bild, verschiedensten Materialien, Bewegung usw. erfordert viel Mut, noch mehr Selbstüberwindung, sich selbst und seine Arbeit vor anderen zu zeigen, und viel Ausdauer, Disziplin, Selbstständigkeit und Teamarbeit.

Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft sind gefragt, ebenso Geduld und Motivationsfähigkeit, auch und gerade „wenn's mal wieder länger dauert", wie es so schön heißt.

Man muss immer am Ball bleiben, wenn das Theaterprojekt mal stressig wird, weil man so viel tun muss. Und gerade wenn es langweilig wird, weil man mal nichts zu tun hat, während es dann mal z.B. nur ums Licht oder nur um die Schauspieler geht, ist es eine große Herausforderung, trotzdem dranzubleiben.

Verlassen wir die graue Theorie und berichten über die Praxis an der Gesamtschule Ibbenbüren: